Haben Kunden von Direktbanken vermehrt Probleme mit VISA-Abhebungen?
12. September 2008 von Marc Schmidt | 16 Kommentare
Wie die Süddeutsche Zeitung heute schreibt, haben immer mehr Kunden von Direktbanken Probleme mit ihrer VISA-Karte Geld abzuheben. Besonders betroffen sind wohl Geldautomation von rund 50 Sparkassen, die ihre Geldautomaten für VISA-Karten von der DKB, ING-Diba, aber auch von Filialbanken wie der Citibank gesperrt haben. Hintergrund ist die Tatsache, dass viele Direktbank kostenlose Bargeldabhebungen per VISA-Karte anbieten, ohne selbst ein nennenswertes Automatennetz zu betreiben.
Von ähnlichen Vorfällen berichtete bereits im August die Mitteldeutsche Zeitung. Auch hier wurden offensichtlich Kunden von Direktbanken systematisch an Geldautomaten einer Sparkasse ausgeschlossen. Begründet wird das ganze mit den Kosten, die durch die Bereitstellung von Geldautomaten entstehen würden, welche nur Sparkassen hätten und Direktbanken nicht. Auf die Gebühren, die die Direktbanken bei jeder Abhebung an den Geldautomatenbetreiber bezahlen, wird dabei nicht eingegangen. Offensichtlich versuchen einige Sparkassen verlorene Kunden durch solche Methoden wieder zurückzugewinnen. Aber auch wenn der einzige Geldautomat im Dorf von der Sparkasse ist, würde ich mich nie dazu zwingen lassen, zu ihr zu wechseln. Bargeldloses Bezahlen ist heute weit verbreitet und man kann ja ansonsten auch mal größere Beträge abheben. Von daher gibt es nun wirklich keine Grund für so etwas.
Ein interessantes Detail fällt mir da gerade noch ein: Die DKB, die in dem SZ-Artikel als betroffene Bank genannt wird, ist eine Tochter der BayernLB und damit Teil des Sparkassenverbunds. Aber das wissen einige Sparkassen offensichtlich nicht, oder endet an der Landkreisgrenze schon die Solidarität?
Beim Blog von dynamicdrive.de wird eine Aufnahme eines Hinweisschilds auf dem Geldautomaten gezeigt, woraus zu erkennen ist, welche VISA-Karten akzeptiert werden und welche nicht. Ob das aber statthaft ist? Der Kostenlose-Kreditkarten-Blog weist in diesem Zusammenhang zu Recht auf die Beschwerdemöglichkeit bei der Bankenaufsicht BaFin hin. Denn wenn Banken auf der einen Seite ihre Geldautomaten großartig als VISA-tauglich bewerben, im Kleingedruckten aber diverse, nicht genehme Direktbanken ausschließen, ist das doch eigentlich mit dem Wettbewerbsrecht nicht vereinbar, oder?
Wer ähnliche Probleme hat, möge sich bitte per Mail oder Kommentar melden, ich will versuchen eine Liste der Blockier-Banken zu erstellen.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Freitag, den 12. September 2008 um 11:46 Uhr
Kategorien: Aktuelles, Haushalt und Verbraucher, Private Finanzen
Tags: Direktbank, kostenloses Girokonto, Sparkasse, VISA




















1. Banker
Kommentar vom 13. September 2008 um 14:24
Eine solche Liste währe schön. Am besten mit positiven und negativen Einträgen. Also Banken die durch gute Produkte keine Angst vor Wettbewerben haben, und solche die nur durch Kunden ärgern angeblich ihre neuen Kunden gewinnen wollen.
(INGDiba Visa Card)
Negativ ist hier :
http://www.vbohz.de/
Volksbank Osterholz
http://www.vbbremennord.de/
Volksbank Bremen Nord
Keine Auszahlung
(Beide Volksbanken bieten selbst VISA Karten an und stehen auch im Visa Locator)
Positiv ist hier
Kreissparkasse Osterholz
(Geld abheben funktioniert alles super, dahin würde ich wechseln, wenn ich andere Probleme mit der INGDiba hätte)
2. Bankerin
Kommentar vom 16. September 2008 um 19:30
Manche Sparkassen lösen das Problem jetzt anders: Mit den betroffenen VISA Karten kann wieder abgehoben, aber jeweils nur 50€, beliebig oft. Für jede einzelne Abhebung kassiert der Geldautomatenaufsteller dann die 1,7€ Provision, bei 3×50€=150€ dann 5,1€. Dann stimmt die Rechnung für den Automatenaufsteller scheinbar wieder
.
3. BS
Kommentar vom 28. September 2008 um 13:00
Die KSK Heilbronn sperrt auch die Direktbank-Visa-Karten.
Witzig bzw. sehr seltsam finde ich, wenn mit den hohen Kosten agumentiert wird und 5 Euro pro Abbuchung erst kostendeckend sein sollen – der eigene KSK-Online-Kunde aber nur 2,90 Euro pro Monat bezahlen muss für all seine Abhebungen, Buchungen usw. Das würde bedeuten, dass bei den eigenen Kunden die Bank hier nicht kostendeckend arbeiten kann, und das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.
4. Schmidt
Kommentar vom 28. September 2008 um 21:06
Ja die Frage nach den Gebühren finde ich auch sehr merkwürdig. Was eine Abhebung wirklich kostet werden Aussenstehende aber wohl nie erfahren. Wenngleich man auch sagen muss, jeder Euro, der über eine Fremdabhebung an die Sparkasse fließt ist ein Zusatzgewinn, denn die Geldautomaten sind eh da und die eigenen Kunden zahlen ja eben keine Gebühr.
5. Mighty2123
Kommentar vom 29. September 2008 um 22:19
Nicht viel Betriebswirtschaftswissen im Felde.
Überweisungen, Buchungen, Lastschriften usw. mit GA Verfügungen zu vergleichen ist irrsinn. Zahlungsverkehr sind ganz andere Preisstrukturen. Zum einen: Die Buchungen usw. werden günstig angeboten weil es EIGENE Kunden sind, an dennen man auch andere Verdientsmöglichkeiten als nur die Kontogebühren hat. Hier geht es aber um FREMDE Kunden von Direktbanken. Zu GA Verfügungen kommen nicht nur die GA Anschaffung (guter sechsstelliger Betrag), sondern die Wartung, die IT Kosten, der “Zahlungsverkehr” (kommt ja dazu, die Verrechnung mit VISA bzw. der Direktbank), die Bargeldhaltung (verlorene Zinsen, Bargeld gibt keinen Ertrag), Bargeldbeschaffung und Personalkosten (ja, irgendwer muss das Ding befüllen, warten, die Karten die drin bleiben rausholen und verteilen usw.). 5€ sind also keinesweg astronomisch oder aus der Luft gegriffen. Und Zusatzgewinn ist es eben NICHT, wenn jede GA Verfügung im Endeffekt mehr kostet, als sie einbringt. Nur weil ich bereits ein WC angeschafft habe in meinem Lokal, lasse ich doch nicht JEDEN der mag drauf, nur weil ich “zusätzlich” 10cent verdiene pro Nutzer .. das ist Betriebswirtschaftlich völliger unsinn.
6. Schmidt
Kommentar vom 29. September 2008 um 22:33
@Mighty2123
Wenn die Kosten tatsächlich so hoch sind, wie du sagst, dann muss man eben die Vergütungsstruktur ändern. Das sollte ja eigentlich kein Problem sein, wenn die Kosten in der Höhe entstehen, kann man das ja auch einfach vorrechnen. I.Ü. sollte das ja ein Problem aller “normalen” Banken sein, nicht nur der Sparkassen. Nur hört man von denen nichts ensprechendes. Einfach zu sagen, wir machen das nicht (mehr), aus was für Gründen auch immer, geht in meinen Augen aber einfach nicht.
7. Mighty2123
Kommentar vom 30. September 2008 um 13:22
Von dennen hört man nichts, weil SPK und VB die größte GA Infrastruktur haben. Und auch der VB ist das ganz sicher ein Dorn im Auge. Denn die Direktbanken forcieren ja die VISA Karten als Debit und nicht als Kreditkarte zu nutzen.
Nicht zuletzt sind Direktbanken Konkurrenten die aggressivst in den Markt rein gehen, und keine Geschäftspartner oder Verbundunternehmen.
Und warum sollte es nicht gehen zu sagen “wir machen das nicht mehr”? Wo kämen wir hin wenn Unternehmen gezwungen werden ihr Eigentum mit Verlusten zur Verfügung zu stellen. Rein theoretisch wäre es ja sogar möglich einigen Kunden hausverbot und damit allein den Zugang zu verwähren. Aber das leuchte bei VB und SPK immer kaum jemandem ein. Die Wohlfahrt ist was anderes
8. Schmidt
Kommentar vom 30. September 2008 um 13:40
@Mighty2123
Dass man Konkurrenz bekämpfen möchte, seh ich ein. Aber dann sollte man einfach VISA-Karten generell nicht mehr akzeptieren. Denn die eigenen Kunden haben ja die bankeigene EC-Karte. Und alle anderen heben auch mit EC-Karte ab, oder eben garnicht. Aber den Schritt will man dann wohl doch nicht gehen.
9. Anton27
Kommentar vom 1. Oktober 2008 um 19:27
Die Kosten pro GA Verfügung liegen bei höchstens 60 cent. Die 1,74 EUR sind mehr als kostendeckend.
Die Sperre ist nicht motiviert durch “Kosten” für “Fremdkunden”-Verfügungen an Geldautomaten, sondern als Druckmittel um weniger Kunden an die Direktbanken zu verlieren.
Schon seit jahren verlieren die Sparkassen kunden, und im Vertrauen: Die Sparkasse war die EINZIGE Bank, die mir kein kostenloses Girokonto anbieten wollte….mich sind sie als Kunden dadurch jedenfalls los.
10. Might2123
Kommentar vom 3. Oktober 2008 um 15:05
*Lach* Völliger Blödsinn@ Anton27
Wer hat dir denn den Schwachsinn mit 60 Cent erzählt?
Wer eh unbedingt ein kostenloses Girokonto braucht/will, ist eh sehr wahrscheinlich ein Kunde, an dem man nicht viel verdient
Entweder weil er eh nichts hat, oder weil er so ein Pfennigfuchser ist, dass man eher Verlust als Gewinn macht.
Die bieten dir KEIN kostenloses Konto an, weil sie jede Menge andere Leistungen bieten, die nicht gerade wenig Kosten verursachen. Aber es gibt eben Leute die sind einfach nur beratungsresistent. Gut, die eingespaten 1,50€ fürs Konto zahlen sie dann eben drauf, weil sie eine teuer oder unnütze Versicherung haben, oder weil sie mal früher an ihr festgelegtes Geld wollen, oder weil Sie keinen passenden GA finden oder oder oder …
11. Jörg
Kommentar vom 18. Oktober 2008 um 19:03
Hallo Might2123,
kennst du den Unterschied zwischen Beratung und Vertrieb? Wer sich in einer Sparkasse “beraten” lässt, kriegt das komplette Paket von Deka, Provinzial und LBS verkauft. Und dann hat er so viel an die Sparkasse abgedrückt, dass ihm die horrenden Kosten für sein Girkokonto nur noch als Peanuts erscheinen- umd es mit dem ehemaligen Chef einer großen Deutschen Bank- auszudrücken.
Fakt ist, die Gebühren an Deutschen Geldautomaten sind reine Wegelagerei- vor allem der Sparkassen. In Österreich bekommt jeder Bankkunde an jedem inländischen Automaten gebührenfrei an sein Geld- und zwar mit der Maestro-Karte, dafür braucht er nicht mal Visa!!!!
12. Michael Pöppel
Kommentar vom 1. November 2008 um 19:12
dann sollten doch die super Direkt-Banken mal einige Geldautomaten aufstellen. Oder ist ihnen das etwa zu teuer? Die wollen doch nur die Infrastruktur der Sparkassen ausnutzen und Geld sparen.
13. Leasing
Kommentar vom 20. Februar 2009 um 20:57
Von der Gebührenstruktur kann ich leider (!) ein Lied singen. Ich habe jetzt schon mehrfach die Erfahrung machen müssen, dass selbst bei sehr kleinen Beträgen mindestens 4,60 Euro pro Abhebung erforderlich waren-für meine Verhältnisse eine horrende Summe, vor allem, wenn ich es prozentual sehe.
14. Christian
Kommentar vom 11. Mai 2009 um 15:44
Also ich habe mit der DKB Visa bis jetzt die Erfahrung gemacht, dass die Sparkassen die Visa-Karte meist nicht akzeptieren, die Volksbanken aber schon.
Die Gebühren von mind. 10€ beim Geld abheben mit der EC-Karte sind aber schon echt eine Frechheit!
15. R.Klus
Kommentar vom 10. Juli 2009 um 14:00
Ich bin seit kurzen Kunde der DKB wollte mit der Visa-Karte Geld von der Sparkasse Leipzig
am Geldautomaten abheben.
Leider ist es in ganz Leipzig nicht möglich
von der Sparksse Leipzig am Automaten mit Visa Karte der DKB Geld abzuheben.
Mit freundlichen Grüßen
r.Klus
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