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Geldanlage – Wohin mit meinem Geld? Wo finde ich Rat? Wer hilft mir?
15. November 2008 von Thomas Heinrich | 1 Kommentar
Bekannterweise stellen wir ja unserer Meinung nach nützliche Postings in unserem Blog-Netzwerk doppelt online. Da wir sehr viele Artikel zum Thema Finanzmarktkrise auf unserem hilfe-beim-leben.de-Blog haben, bietet sich der folgende Beitrag aus unserem Versicherungs- und Altersvorsorgeblog natürlich gut an:
Die Finanzmarktkrise macht es leider wieder all zu deutlich: Das Wissen oder zumindest die Kenntnis, was man mit seinem Geld machen kann, wenn man denn welches übrig hat, ist in der Bevölkerung mehr als bescheiden.
Es gibt Einzelne, die beschäftigen sich mit dem Thema Geld und recherchieren fleißig, wo es denn die meisten Zinsen gibt, nur um dann in einer Krisensituation wie jetzt leidlich erfahren zu müssen, dass sie eventuell nicht mehr an ihr Geld kommen. Angelegt bei einer Bank, von der die Mehrheit nicht mal wusste, dass es sie gibt.
Bei anderen gibt es Fragen über Fragen, was denn nun mit dem Ersparten fürs Alter passiere, welche Lebensversicherer denn von dem finanziellen Debakel betroffen seien und welche Bank eigentlich noch vertrauenswürdig arbeite. Und wie ich meine sind diese Fragen auch berechtigt.
Wie sieht es aber mit den Antworten dazu aus? Es kann einem leider niemand eine hundertprozentige Aussage dazu machen. Und warum? Weil die vermeintlichen Experten es selbst nicht wissen. Niemand weiß, welches Ausmaß die Finanzmarktkrise wirklich hat und noch haben wird, weil immer noch einiges im Dunklen liegt. Es weiß niemand, was passieren wird.
Fakt ist, dass der normale Geschäftsbetrieb bei den Banken, Versicherungsunternehmen und Finanzdienstleistern scheinbar normal weiterläuft, es wird weiterhin ordentlich verkauft, vor allem jetzt zum Ende des Jahres, da ja im nächsten Jahr die Abgeltungsteuer ruft. Da müssen ja nochmal die Abschlusszahlen auf Vordermann gebracht werden. Die Kunden werden weiter beschwatzt und mit überdurchschnittlichen Renditen “über die nächsten Jahre” von einer tollen Geldanlage “überzeugt”.
Man könnte meinen, die Kundenberater haben Glaskugeln auf ihrem Schreibtisch stehen und könnten in die Zukunft schauen, um genau das versprechen zu können. Dem ist aber nicht so, es kann niemand ahnen, was in 5 oder 10 Jahren passieren wird. Oder konnte vor 5 Jahren ein Kundenberater ahnen, dass es 2008 zu einem solchen “Ereignis” kommen würde. Wohl kaum.
Und der König Kunde schon dreimal nicht, denn der war ja froh, das leidliche Geldthema durch die Beratung endlich vom Tisch zu haben – in der Hoffnung künftig mehr in seinem Sparstrumpf zu haben.
Die Zeiten sind äußerst unsicher, und ich wollte mit keinem Bankberater tauschen müssen, der seinen Kunden irgendwas von “die Schwankungen sind normal, über die Jahre hinweg gleicht sich das aus und Sie werden sehen, dass sich alles zum Positiven entwickelt” erzählt. Die Märkte schwanken aktuell extrem, für diejenigen, die an der Börse aktiv handeln, sicher ein Traum, für den Buy-and-Hold-Anleger eine Katastrophe. Wer einen schlechten Zeitpunkt erwischt hat und sich von einmal gemachten Anlagen nicht trennen kann, wird die nächsten Jahre darauf hoffen, dass er zumindest wieder seinen Einsatz zurück bekommt. Irgendwie wird man aber dann dem Thema “Geldanlage” nicht mehr gerecht. “Verlustverwaltung” wäre da der bessere Begriff.
Meines Erachtens kann man nicht guten Gewissens eine Empfehlung auf lange Sicht aussprechen, weil einfach alles gefährdet sein kann. Jegliche Firmen können betroffen sein, weil alles irgendwo miteinander verstrickt ist. Das gilt für “Anbieterfirmen” wie Banken und Versicherungen, als auch natürlich für potentielle “Wertobjekte”, in die man gerne investieren würde. Sichere Geldanlagen gibt es keine, und das Sparbuch mit 1% Verzinsung ist zwar sicherer, aber die Wertentwicklung in Relation zu der Inflationsrate treibt einem die Tränen in das Gesicht.
Wohin also mit dem Geld? Sich doch vom Versicherungsvertreter zu einer 30-jährigen monatlichen Anlage von 200 Euro in eine Lebens- oder Rentenversicherung überreden lassen, die eine über die Jahre schon gesunkene Mindestgarantieverzinsung aufweist? Und am Schluss auf die Überschußbeteiligung hoffen, so wie vor Jahren die Kunden der Mannheimer Versicherung?
Aktuell kommt es mir so vor, als könne einem niemand wirklich helfen. Es gibt zwar einige, die so tun, als könnten Sie es und haben eine umfassende (und vor allem für künftige Zeiten gültige) Antwort auf mögliche Fragen und Unsicherheiten, aber man ist auf jeden Fall schlau beraten, diese Dinge zu hinterfragen.
Das Schwierige daran ist einfach, dass jeder Rat sucht und bei Geldangelegenheiten lieber einer fremden Meinung traut, als seiner eigenen. Oftmals haben die Leute aber keine eigene “Geldmeinung”, sondern sind froh, wie schon vorher angesprochen, wenn Sie sich damit nicht beschäftigen müssen. Und genau das ist ein Fehler, denn bei einer erheblich weniger gewichtigen Entscheidung, beispielsweise welchen Plasma-TV man sich ins Wohnzimmer stellen soll, macht man sich mehr Gedanken, als damit,was die nächsten 30 Jahre mit seinem Geld passieren soll oder wie und wo man welches bekommt, wenn man einen Engpass hat.
Denn helfen kann man sich nämlich am Ende nur selbst. Wie? In dem man von Grund auf ein sinnvolles Verständnis für Geldfragen bekommt, wann und warum man sich einen Kredit nehmen sollte, welche Arten der Altersvorsorge es gibt, ob man tatsächlich eine Lebensversicherung braucht und tausend andere Fragen.
Gäbe es einen geeigneteren Platz dafür, als beispielsweise das öffentliche Schulsystem, eventuell ab einer bestimmten Altersklasse? Um zumindest mal einen Anfang zu haben. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Finanzen ein sehr große Rolle spielen und tun aber so, als wäre damit alles klar und jeder wüsste Bescheid. Nichts ist klar und die wenigsten Menschen wissen Bescheid. “Musikalische Erziehung” gibt es in der Schule, ebenso eine “sprachliche oder mathematische Erziehung”, wieso also keine “finanzielle Erziehung”? Es würde das Leben der Menschen später erleichtern, und einem jede Menge Angst vor dem großen Thema “Geld” nehmen.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Samstag, den 15. November 2008 um 01:45 Uhr
Kategorien: Private Finanzen
Tags: Bank, Börse, Beratung, Geld, Geldanlage, Kundenberater, Versicherung






















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