Ryanair und die Frage nach dem Service

Die beliebte Billig-Airline Ryanair hat die Tage ja mal wieder mit der Diskussion um Toilettengebühr und den Online-Check-in für Gesprächsstoff gesorgt. Dabei dürfte das ganze doch wieder nur ein genialer PR-Coup sein – denn Airline-Chef Michael O’Leary sucht den Weg in die Presse doch immer mit teils seltsam anmutenden Ideen – aber immer mit Erfolg.

Die Frage nach der Kundenorientierung kann man sicher getrost beiseite legen, denn Ryanair setzt konsequent auf die Billig-Schiene: Vom Flughafen abseits der Metropolen, über seltene Flugzeiten bis zu kostenpflichtigem On-Bord-Service. Alles ist unter Kostengesichtspunkten durchgeplant. Und so wie man bereits für Essen und Trinken zahlen muss, wird jetzt eben auch die Toilettennutzung kostenpflichtig. Wenn man es geschickt macht wie die deutschen Autobahnrastätten mit ihren Verzehr-Coupons lässt sich dadurch sicher auch der Umsatz der Bordverpflegung ankurbeln.

Und so wie Aldi noch immer seine Waren auf Paletten anbietet, setzt Ryanair weiter auf preisbewußte Reisende und dementsprechend geringen Komfort. Interessant ist doch, dass Ryanair-Kunden von vornherein wissen, was auf sie zukommt. Und das scheint niemand zu stören. Denn sonst wäre der Erfolg ja nicht so groß. Man spricht ja in der Unternehmensführung immer von der Kosten- oder Leistungsführerschaft – nun Ryanair strebt erstere an – die Lufthansa bspw. letztere. Beide Konzepte werden aufgehen – auch nebeneinander. Das wichtige ist, dass man konsequent bleibt: Von der permanten Kostenkontrolle auf der einen zur permanten Serviceverbesserung auf der anderen Seite. Ich persönlich nutze beide Airlines – je nach Lust, Laune und Ziel.

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3 Kommentare

  1. 1. Marc

    Kommentar vom 7. März 2009 um 21:38

    Die Frage ist, ob dies tatsächlich durchgezogen wird oder ob es eine negative Marketingstrategie war, sodass sie wieder ins Gespräch kommen? Denn vorher hatte ich schon lange nichts mehr von diesen Billigflügen gehört und jetzt sind sie wieder in aller Munde.

  2. 2. Muriel

    Kommentar vom 5. Juni 2009 um 19:53

    Also ich denke auch, dass man Ryanairs prinzipielle Strategie nicht kritisieren muss. Die bieten eben die mit Abstand günstigsten Tickets, man muss sich aber halt selbst ausrechnen, was im individuellen Fall noch alles dazu kommt. Da finde ich auch den größten Kritikpunkt, denn man weiß eben nicht immer vorher, was auf einen zukommt. Inzwischen kostet ja auch der obligatorische Check-in noch extra, ganz zu schweigen von Gepäck und natürlich einer Buchungsgebühr.

  3. 3. Uwe

    Kommentar vom 10. Juni 2009 um 11:37

    Das ist ja das ärgerliche. Man muss für alle kleinen Dinge extra Geld bezahlen und im Grunde weiß man nach einer Buchung überhaupt nicht mehr, was man jetzt wofür bezahlt hat. Diese undurchsichtigen Preise machen Ryanair keine positive Kritik. Da sollte die sich doch endlich mal etwas einfallen lassen.

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