Kauphting, die BaFin und die Kunden

Die isländische Bank Kaupthing Edge macht auch fünf Monate nach der Verstaatlichung von sich Reden. Zwar wurden Anfang Februar auf einer Gläubigerversammlung grundlegende Beschlüsse zur Rückzahlung der geschätzt 330 Mio. Euro getroffen. Aber auch einen Monat später warten die etwa 30.000 deutschen Kaupthing-Kunden auf ihr Geld.

Gestern nun machte das „Handelsblatt“ deutlich, dass es vor allem die vor allem die deutsche BaFin sei, die auf der Bremse steht. Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben des Kaupthing-Zwangsverwalters, Olafur Gardasson, an die deutsche Finanzaufsicht:
„Die (Kaupthing)-Bank hat wiederholt um Hilfe und Genehmigung der BaFin, des deutschen Finanzministeriums und anderer deutscher Behörden ersucht, die Einlagen zurückzuzahlen, ohne Ergebnis.“

Das Magazin Finanzen – Markt & Meinungen zitiert wiederum aus einer Stellungnahme der BaFin:
„Wir weisen die Vorwürfe aus Island entschieden zurück. Das deutsche Moratorium hindert die Kaupthing Bank Island nicht daran, die Gelder direkt aus Island an die Einleger auszuzahlen. In Deutschland sind ohnehin keine nennenswerten Vermögenswerte vorhanden. Die Gelder aus Island können auch ohne Einschaltung der deutschen Niederlassung ausgezahlt werden.“

Das Hin und Her der letzten Wochen scheint auch also auch im März weiter zu gehen. Inzwischen hat der ein oder andere Kaupthing-Sparer bestimmt schon sein Geld abgeschrieben – zumindest wenn man den Kommentaren bei obigem FMM-Artikel glauben schenkt. Erstaunlich ist dies vor allem deswegen, weil die (Rück-)Auszahlungen in anderen Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder der Schweiz schon längst problemlos erfolgt sind.


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