Lebenswege: Jürgen Milski – vom Container in die Rente

Über Jürgen hat der ein oder andere sicher schon mal was gehört…der Jürgen von Big Brother? Ja es geht um Jürgen Milski. Bis vor kurzem wäre mir der Typ nicht im Traum für unsere Lebenswege-Serie eingefallen, aber das hat sich nach einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung geändert.

Aber der Reihe nach: Jürgen (ich bleibe beim Vornamen, weil er überall nur der Jürgen ist) war eigentlich Feinblechner bei Ford in Köln – zumindest bis er 2000 in den Big Brother-Container einzog. Nach einigen Monaten war Jürgen ein Star, doch das war im alles nicht geheuer und er ging trotz Starrummel zurück ans Band. Und dann kam die Einsicht:

„Ich wollte mein altes Leben zurück. Ich hab meinen Blaumann angezogen und hab ganz normal wieder gearbeitet. Drei Monate lang. Dann hab ich mir gesagt: Sei nicht dumm, du hast jetzt eine einmalige Chance; mach‘, was dir Spaß macht: singen.“

Genau dieses „ich nutze meine Chance um das zu machen, was mir Spaß macht“ war für mich der Knackpunkt. Jeder Erfolgreiche besinnt sich irgendwann auf das was er am besten kann oder ihm am meisten Spass macht. Im Fall von Jürgen ist das neben dem singen (was er definitiv nicht kann, er aber auch selber sagt, dass er es nicht kann) das TV-Zuschauer stundenlang mit Nonsens zuquasseln:

„Das kann ich halt. Ich war früher immer Klassensprecher und Klassenclown.“

Nun kann sicher nicht jeder Klassenclown als Quatschmacher zu 9Live, aber manchmal geht es ja auch eine Nummer kleiner. Zumindest so lange, bis sich eine Chance ergibt…

Als ebenfalls bemerkenswerten Punkt fand ich die Tatsache, dass er trotz eines Monatseinkommens von 30.000 bis 50.000 Euro, mit Partnerin und Tochter ein normales Leben führt. Denn sein Ziel ist es mit spätestens 50 in Rente zu gehen. Das sollte mit solch‘ einem Einkommen aber auch möglich sein – die Million wird er sicherlich vollhaben, womit er das restliche Leben auskömmlich leben kann, wie wir in unserer Serie „Ist 1 Million genug, um damit machen zu können, was ich will?“ (Teil 1) und (Teil 2) aufzeigen wollen.

Meine Familie und ich führen kein aufwendiges Leben. Meine Freunde lachen mich aus, weil ich mein Geld spare und gut anlege. Das Geld liegt auf meinem Sparkonto. Ich hab mit der Bank einen guten Zinssatz ausgehandelt: 4,5 Prozent.

Dies ist wohl das Geheimnis des glücklichen Lebens: Erst das zu tun, was einem wirklich Spass macht, Geld damit zu verdienen und dann das Geld aber nicht zu verprassen, sondern für das restliche Leben aufzuteilen.

Dann guck ich mir die Welt an. Diese Freiheit, das zu tun, was man will, die gibt einem nur das Geld. Und das ist doch das Schönste.

Was ich noch vergessen habe: Die Familie spielt bei jedem glücklichen Menschen auch immer eine große Rolle. Auf die Frage, warum er sich das alles so antut, sagt Jürgen:

Ich mache das für meine Tochter, damit sie einmal sorgenfrei studieren kann und ein Leben in finanzieller Sicherheit hat. Das gibt mir den Sinn für das, was ich mache.

Tipps zum Weiterlesen:
Interview bei sueddeutsche.de „Wer nicht genug Geld bringt, fliegt raus“
Die Homepage von Jürgen


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