WKW, Xing und StudiVZ – Social Networks auf dem Vormarsch

Ich hatte gerade eine längere Unterhaltung zum Thema „alte Bekannte“ und wie man sich über Social Networks wie etwa Wer Kennt Wen, Xing oder StudiVZ wiederfindet. Ich erwähne deshalb die drei genannten Social Networks, weil ich mit allen schon mal zu tun hatte. Dabei fiel mir auf, wieviel Kontakte man in seinen Verzeichnissen hat, die einem eigentlich sowas von egal sind. Nichtsdestotrotz sammelt man beharrlich weitere neue (oder eher alte) Kontakte, durchkämmt vergilbte Schuljahrbücher auf der Suche nach Namen, die einem zu recht längst entfallen waren, oder grübelt über alten Kindergartenbildern.

Wenn man dann die Listen so im Kopf durchgeht, kann man die Kontakte ja leicht in zwei bis drei Kategorien ordnen:

(1) (Gute) Freunde oder Bekannte mit denen auch so regelmäßig Kontakt besteht

(2) Alte Bekannte/Schulfreunde mit denen nur über das Netz (sporadischer) Kontakt besteht

(3) Geschäftskontakte, die man aber eh meist nur in Xing hat

Dabei muss einem eigentlich auffallen, dass man mit den Leuten aus (1) sowieso einen engen Austausch pflegt, d.h. das Verzeichnis hat eigentlich keine Relevanz. Bei den Leuten aus (2) ist es eigentlich genau umgekehrt. Es ist egal, was mit den Leuten ist, man hat eh keinen normalen Kontakt. D.h. eigentlich ist der ganze Quatsch so unnötig wie ein Kropf. Und dennoch macht mans. Denn irgendwie will man ja doch „verbunden“ bleiben. So ganz loslassen fällt schwer, oder hat schon mal jemand Leute aus seinem Verzeichnis rausgeschmissen: „dich kenn ich nicht mehr“? Dann kehrt man eher schon der Community komplett den Rücken zu und meldet sich ab – und das hab ich allerdings schon erlebt.

Um Mal auf die unterschiedlichen Netzwerke zu sprechen zu kommen: Ich nutze Xing schon sehr lange und auch hin und wieder beruflich erfolgsversprechend. Allerdings bin ich kein sehr aktiver Nutzer. Doch es scheint viele zu geben, die die Foren in ihren Pausen exzessiv nutzen und auch sonst ständig auf der Suche nach neuen Kontakten sind. Erfreulich finde ich hierbei auch die Bildung von lokalen oder regionalen Gruppen, mit denen man dann auch die Freizeit offline gestalten kann bzw. auf solchen Treffen neue Geschäftskontakte knüpfen kann. Gerade für Neuzugezogene kann das ja mal sehr spannend sein. Ansonsten fällt mir nur auf, wieviel Leute offensichtlich in ihrer Arbeitszeit Zeit für sowas wie Xing haben.

Einige Worte zum Marktführer StudiVZ: Von der Idee her finde ich das ganze genial, besonders auch wenn man die ganzen Möglichkeiten von Gruppenbildung auch für den Hochschulalltag nutzt. Da das ganze aber doch eher zu einer Spassveranstaltung verkommen ist, sehe ich darin keinen großen Nutzen mehr. Da man nun vom SchuelerVZ über das StudiVZ bis hin zum MeinVZ alle Altersgruppen bedient, kann jedoch aus dem Netzwerk wieder etwas langfristig sinnvolles werden. Denn nun muss man nicht mehr im Studentenverzeichnis irgendwelche Fake-Unis angeben, sondern kann locker in das Erwachsenen-Netz gehen – wenn man denn will. Über die Kontaktqualität bleibt zu sagen: Wenn die Welt wirklich aus so vielen Freunden bestehen würde, dann gäbs keine Kriege mehr… ich habe neulich mal von einer jungen Dame mit mehreren Hundert Kontakten gehört, die laut meiner Gesprächspartnerin eigentlich unausstehlich sei, aber dennoch so viele „Freunde“ habe, weil irgendwie niemand einen Kontaktgesuch von ihr ausschlagen kann… soviel dazu.

Über den derzeit grandiosen Erfolg von WKW findet sich bei Murmeltiertag ein spannender Artikel. Kurz gesagt: es ist die Einfachheit die WKW auch für viele Nicht-Onliner interessant macht. WKW bietet für jeden was – vom Kind bis zur Uroma. Und genau die will man ja dann auch alle in seiner Liste haben. Es scheint ein Selbstläufer zu sein. Wenngleich Robert Basic auch beharrlich vor der Regionalisierungsfalle warnt. Was angesichts der anhaltenden Klumpenbildung rund um Rheinland-Pfalz (Infiziert sind bereits auch das Saarland, Teile von NRW und Ba-Wü, aber auch von Hessen) durchaus realistisch erscheint. Ich bin nämlich von Kwick oder den Lokalisten bisher verschont geblieben, also haben die das Problem definitiv. Das schöne an WKW ist, dass wirklich so unglaublich viele und unterschiedliche Leute darin vertreten sind. Ich beobachte das ganze weiter mit großer Sympathie…


3 Kommentare

  1. 1. Phil

    Kommentar vom 30. Juli 2008 um 15:10

    In Xing habe ich zwar auch ein eher private Kontakte drin, aber der überwiegende Teil ist rein geschäftlicher Natur. Und ich bin zahlendes Mitglied, wobei ich lächelnd die paar Euro im Jahr abdrücke, denn via Xing habe ich bereits etliche tausend Euro Umsatz für meine Firma generieren können. Nützt mir also 😉

    In WKW habe ich null Geschäftskontakte drin; alle sind rein privat; hier, wie auch in Xing, lehne ich übrigens konsequent Kontaktanfragen von Leuten ab, die ich entweder nicht kenne oder mit denen ich nix zu tun haben will.

    Dann bleibt auch alles recht überschaubar und die „inaktiven Karteileichen“ halten sich anzahlmässig in Grenzen. Es kommt halt darauf an, wie man solche Medien nutzt und gewinnbringend einsetzt.

  2. 2. Schmarc

    Kommentar vom 30. Juli 2008 um 15:41

    @Phil
    Was die finanziellen Erfolge von Xing-Kontakten angeht, geb ich dir Recht. Den wirklichen Nutzen können wohl nur zahlende USer erzielen. Wobei es mich echt mal interessieren würde, wie groß der Erfolg hierbei wirklich war – werde demnächst wohl mal eine Umfrage starten müssen…

  3. 3. Schmarc

    Kommentar vom 30. Juli 2008 um 17:25

    Noch ein Linktipp für die, dies interessiert zum Thema „Frauen dominieren die Social Networks„:

Einen Kommentar schreiben