Die Geschichte vom erfolgreichen Geschäftsmann und dem Angler

Vielleicht kennt diese Kurzgeschichte jemand von Euch. Ich habe sie vor Jahren auf dem Fernsehsender arte an einem Themenabend zur Börse und Kapitalmärkte gesehen.

Sie beschreibt sinnbildlich ein Thema, das viele von uns nahezu jeden Tag beschäftigt, vor allem die Kandidaten, die jüngeren Alters und auf „Karriere“ aus sind.

Ich möchte sie gerne als Einleitung für einige verwandte Artikel erzählen, die künftig folgen werden. Wort für Wort bringe ich das nicht mehr hin, aber ich werde mich bemühen, alle relevanten Punkte zu erwähnen. Sie geht ungefähr so:

Ein offensichtlich erfolgreicher Geschäftsmann ist auf einer Autofahrt durch ein kleines Städtchen mit einigen Brücken, auf der ein Mann schön in der Sonne sitzend mit einer einfachen Angel versucht einen Fisch zu fangen.
Der Geschäftsmann sieht das von dem Auto aus und lässt seinen Fahrer anhalten, er steigt aus und spricht den Mann an:

Neugierig sagt der Geschäftsmann: „Darf ich Sie fragen, wieviele Fische Sie heute schon gefangen haben?“
Angler: „Bisher nur einen, aber das reicht mir auch, ich angle noch 1h, und wenn ich nichts mehr fange, ist das auch in Ordnung.“
Der Geschäftsmann antwortet darauf unverständlich: „Reicht Ihnen denn der eine Fisch, ist das nicht etwas unbefriedigend?“
Überrascht fragt der Angler: „Nein, wieso denn? Ich bin damit zufrieden!“
Daraufhin der Geschäftsmann: „Wenn Sie täglich länger angeln würden, dann könnten Sie einen Fisch behalten und die anderen auf dem Markt verkaufen. (Der Angler hört interessiert zu.) Und wenn Sie richtig viele Fische fangen würden, dann könnten Sie sich von dem Verkauf Personal leisten, das für Sie die Fische fängt, auf dem Markt verkauft und wer weiß, vielleicht könnten Sie in ein paar Jahren ja ein großer Fischhändler oder sogar der größte Fischhändler der ganzen Region werden…“
Der Angler fragt irritiert: „Und was soll ich dann damit?“
Der Geschäftsmann antwortet wieder entschlossen: „Dann hätten Sie genug Geld und soviel Zeit, dass Sie bei Sonnenschein gemütlich auf der Brücke sitzen und angeln könnten!“

Es darf sich jeder gerne seine eigene Meinung dazu bilden, Kommentare sind natürlich jederzeit willkommen.


7 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Zander Fan

    Kommentar vom 16. Juli 2008 um 21:56

    Komisch, dass der Geschäftsmann so viel Fantasie entwickelt und im entscheidenden Moment plötzlich schlapp macht.

  2. 2. Hein

    Kommentar vom 17. Juli 2008 um 11:42

    Sicher gibt es hier mehrere Sichtweisen, es geht uns hier auch nur um eine beispielhafte Darstellung unterschiedlicher Denkweisen.

  3. 3. Paulmops

    Kommentar vom 17. Juli 2008 um 12:19

    Der entscheidene Moment war der letzte Satz des Geschäftsmannes: „Dann hätten Sie genug Geld und soviel Zeit, dass Sie bei Sonnenschein gemütlich auf der Brücke sitzen und angeln könnten!“ Soll heißen, der Angler hätte nach all der Mühe sich ein Anglerimperium aufzubauen, wieder die Möglichkeit gehabt gemütlich zu angeln. Jedoch konnte er dies doch auch zuvor. Die Quintessenz der Geschichte ist wohl die, dass der Angler ohne den Druck immer mehr zu wollen und ohne das viele Geld den Moment der ruhigen Angelei schon genießen kann. Glückwunsch!

  4. 4. fischli

    Kommentar vom 23. Dezember 2009 um 19:07

    Kann mir jemand sagen von wem diese Geschichte ist?

    Gruß

  5. […] wird beim Anlegen an der Börse das Geld verdient. Mit Warten. Ich vergleiche das immer mit einem Angler an einem Fluß, der auch viele Stunden auf ein verräterisches Plätschern einer Forelle warten […]

  6. 6. Maxekater

    Kommentar vom 23. März 2012 um 15:54

    Tolle Geschichte, habe sie hier wiedergefunden. Sie macht mir deutlich, dass es nicht viel braucht, um zufrieden zu sein – und sie läßt mich fragen, warum wir meinen immer noch mehr haben zu müssen. Den Vergleich mit dem wartenden Börsianer find ich seltsam – gerade bei denen reichts doch nie. Diese Geschichte ließe sich an viele Bereiche unseres Lebens und unserer Gesellschaft anlegen – allein an all um den Preis der Kindheit frühgeförderten Kinder, die nachher nur noch Ritalin brauchen um klar zu kommen, an all diese durchgecasteten Möchtegernstars – muss das sein – geht es nicht auch einfacher? Reicht es nicht mit dem, was ist? Aber das ist wohl eine Frage, die im Wind verweht, ohne dass sie einer hört.

  7. 7. Lutz

    Kommentar vom 26. März 2013 um 15:59

    Ich kenne die letzten Sätze aus dem Buddhismus etwas anders :

    „Dann, mein Freund, hast Du soviel Geld, dann kannst Du machen, was Du willst !“

    „Wieso ?“ antwortet der Angler – „Das tu ich doch !“

    Ich war „oben“ – hab jetzt nur noch Hund und Wohnmobil, sitze gern in Köln auf der Domplatte – schaue mir die vorüberhastenden Menschen an und gehöre „gefühlt“ zu den absolut Superreichen.

  8. 8. Lutz

    Kommentar vom 26. März 2013 um 16:09

    Und an euch noch eine Spende :
    Ein Geschäftsmann fragte Buddha, wann er denn genug Geld habe.

    Buddha (eigentlich hieß er Siddharta Gautama) gab ihm eine mit Sand gefüllte Schale, einen Löffel und bat ihn, die Schale auszulöffeln.

    Der Geschäftsmann tat dies und schaute Buddha erwartungsvoll an.

    „Und nun,“ sagte Buddha, „Löffele die Erde weg – den gesamten Planeten“.

    „Das geht nicht, das kann ich nicht“ – sagte der Geschäftsmann und weigerte sich, es auch nur zu versuchen.

    „Die Schale Sand sind die Wünsche in Dir, die Du gerade überblicken kannst. Die Erde aber stellt die tatsächliche Menge Deiner Wünsche dar. Du brauchst gar nicht erst anfangen, sie Dir zu erfüllen.“

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    Und an alle, die über Porsche und SLC nachdenken:
    Von dem Porsche, den ihr NICHT kauft, könnt ihr mit eurer Familie mindestens ein Jahr Urlaub machen. Tauscht diese Chance nicht gegen totes, lackiertes Eisenerz ein.

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